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Satire, die weltweit verstanden wird

Am 8. März eröffnete die Ausstellung von Valeriu Kurtu mit dem Titel "Auf gute Nachbarschaft" im Cartoonmuseum Brandenburg in Luckau. Seine farbenfrohen, witzigen und sehr detaillierten Karikaturen sind bis zum 24. April in Luckau zusehen.

Cartoonmuseum in Luckau präsentiert Arbeiten von Valeriu Kurtu
LUCKAU "Auf gute Nachbarschaft" lautet der Titel der Ausstellung im Cartoonmuseum. Doch gute Nachbarschaft hat ihre Tücken. Denn erst einmal ist jeder sich selbst der Nächste. Das gilt im kleinen, überschaubaren Schrebergarten wie im großen europäischen Haus.

Valeriu Kurtu gelingt es trefflich, in seinen Cartoons die dahinter stehenden Denkmuster zu enthüllen. Seine Karikaturen sind farbenfroh, witzig, sehr detailliert und voll hintergründigem Humor. Sie sind in Luckau zu sehen.

Mit der Ausstellung will das Brandenburger Cartoonmuseum nicht nur das Lebenswerk des international renommierten Künstlers würdigen, der im April 60 wird. Einmal mehr wollen die deutschen Cartoonlobbyisten damit über den eigenen Tellerrand blicken, wie Museumsleiter und Vereinsgeschäftsführer Andreas Nicolai sagte. So knüpfe die neue Exposition an die gemeinsame Präsentation deutsch-französischer Karikaturisten unter dem Motto "Jahr des Schreckens" im vergangenen Jahr an. "Valeriu Kurtus Arbeiten stehen in der Tradition osteuropäischer Kunst und Satire. Doch mit diesen schauen wir zugleich auf das internationale Parkett der Karikatur", erläuterte Andreas Nicolai. Denn der aus Moldawien stammende Maler und Karikaturist habe bereits über 100 internationale Preise von Rumänien bis Belgien, von Taiwan bis Portugal und Brasilien bis China erhalten.

Der Anspruch besteht darin, die satirische Aussage mit künstlerischen Mitteln so zu gestalten, dass sie auf der ganzen Welt auch ohne Worte verstanden wird. Dabei zeichnet Valeriu Kurtu so aufwendig, farbenfroh und detailreich, dass sich erst bei genauem Hinsehen der tiefer liegende satirische Ausdruck erschließt, der in den auf einem Bild miteinander verwobenen Geschichten steckt. Grenzen sind für den an der moldawisch-rumänischen Grenze geborenen Valeriu Kurtu ebenso ein Thema, wie die aktuelle Flüchtlingsthematik und die Kriegstreiberei, die er durchaus auch plakativ anprangert. In der rund 120 Originale umfassenden Ausstellung erfährt der Besucher einen weiter reichenden Einblick in das vielfältige Spektrum seiner künstlerischen Arbeit. Der 1956 im moldawischen Ungheni Geborene schloss im Alter von 20 Jahren sein Malereistudium in Kischinau ab. Danach studierte er in Moskau Trickfilm und schloss ein Aufbaustudium in Regie und Drehbuch an. Insgesamt sieben russische Trickfilme entstanden in den späten 1980er-Jahren in Moskau, wovon einige in Luckau zu sehen sind.

Die Ausstellung greife die aktuellen Themen sehr gut auf und dem Karikaturisten gelinge es, zu vermitteln, "dass nicht nur der Genuss, sondern auch die Tat zählt. Da hilft auch ein einfaches Nudelholz, wenn man sich einig ist", sagte Reinhardt Trojca. Die Fülle der Details erfordere genaues Hinschauen, "doch man erkennt auch ganz alltägliche Situationen, wie beispielsweise die Marotten des Gartennachbarn", ergänzte der Luckauer. Karikaturist Reiner Schwalme zollt dem Kollegen hohen Respekt für dessen politische Satire. "Erstaunlich ist für mich, wie er auch die kleinen Dinge des Lebens kommentiert, so detailreich und mit mehreren witzigen Situationen in einem Bild."